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Belastungen in Alltag und Beruf müssen gemeistert werden

 

Jeder hat heute Stress: Man hat Stress mit der Freundin, Stress bei der Arbeit oder sogar im Urlaub. Stress hat viele Bedeutungen, viele Ausprägungen und Facetten. Wenn man eine Befragung zur Bedeutung von Stress durchführen würde, wäre die Zahl der verschiedenen Definitionen genau so groß wie die Zahl der Befragten.

 

Dauerhafter Stress kann viele Krankheiten verursachen

 

Stress ist eine Reaktion des Körpers auf Anforderungen, die mit den zur Verfügung stehenden Mitteln nicht bewältigt werden können. Diese Reaktionen können biochemische, physische und psychische Signale aussenden. Warum gibt es überhaupt so etwas wie Stress? Die Antwort liegt in der menschlichen Entwicklungsgeschichte. Unsere Vorfahren haben als Jäger und Sammler ihr Leben gemeistert. Stress entstand zum Beispiel, wenn der Jäger plötzlich einem gefährlichen Raubtier gegenüber stand. Die Frage war nun, ob ein Kampf aussichtreich war oder das Heil in der Flucht gesucht werden musste. Je nach Sachlage wurden also die entsprechenden Körperkräfte mobilisiert. Das hat sich bis heute nicht geändert, doch der heutige Stress kann weder durch Flucht noch durch körperlichen Kampf gelöst werden. Also kann es durch die nicht genutzten Energien zu den modernen Stress-Problemen kommen.

 

Stress hat zwei Gesichter

 

Doch Stress ist nicht einfach nur negativ zu sehen. Was den einen lähmt, verunsichert und krank macht, kann für den anderen eine Herausforderung sein. Während der eine ohne einen bestimmten Level an Druck und Herausforderung gar nicht richtig arbeiten kann, wird der andere bereits bei dem Gedanken an zeitlichen oder anderen Druck völlig hilflos. Für den einen sind Familienkonflikte eine spannende Aufgabe, die es zu lösen gilt. Doch ein anderer hat geradezu Angst vor jeder Art von Auseinandersetzungen. Was für den einen Stressfaktoren sind, ist für den anderen Ansporn. Der “normale” Stress ist im Grundsatz nicht gesundheitsschädlich. Nur wer unter chronischem Stress steht, läuft Gefahr, ernsthaft krank zu werden.

 

Hohe Belastung kann zu Krankheiten führen

 

Dauerhafter Stress führt zu einer ungeheuren Vielfalt von Symptomen. Der Platz auf dieser Seite reicht bei weitem nicht aus, alle Symptome aufzuführen. Schmerzen aller Art, Schlafstörungen und Konzentrationsausfälle, Herzrasen, Depressionen und Vergesslichkeit, erhöhter Nikotin- und/oder Alkoholkonsum und viele weitere Leiden können durch Stress ausgelöst werden. Es ist leicht nachzuvollziehen, dass ein Organismus, der ständig unter Stress steht, in Mitleidenschaft gezogen wird. Die bereitgestellte Energie wird nicht abgerufen. Lösungen für Herausforderungen und belastende Situationen müssen anders gefunden werden. Unter dauernder Belastung bleibt der Körper in einem ständig angespannten Zustand. Das provoziert eine Vielzahl an Beschwerden und Missempfindungen. Gibt es keine Abhilfe, so können sich aus diesen Situationen Krankheiten manifestieren.

 

Stressbewältigung

 

Jeder kennt seine eigenen Stresssymptome sehr genau, und man sollte sie auch kennen. Denn eines ist auf jeden Fall völlig verfehlt: Man darf den Stress und die Symptome nicht verleugnen und ignorieren. Wer sich bewusst macht, dass er unter Stress leidet, dass er ständig überfordert ist und immer unter Druck steht, der hat einen grundlegenden und wichtigen Schritt getan. Verschiedene Strategien können gegen die Folgen übermäßiger Belastungen hilfreich sein.

 

Stress vermeiden

 

Dazu muss man sich vergegenwärtigen, dass eine Belastung existiert. Es ist nötig, sich die Stressoren anzusehen und bewusst zu machen. Stressoren sind die Auslöser für körperlichen und psychischen Stress. Dann müssen Überlegungen folgen, wie der Stress vermieden werden kann. Der Fernseher muss nicht dauernd nerven, Aufgaben können delegiert werden. Es muss nicht immer alles perfekt erledigt werden, und vielleicht kann ein Freund das Kind aus dem Kindergarten abholen. Es geht im Grunde darum, bewusst mit allen Aufgaben, Pflichten und Anforderungen umzugehen und den eigenen, meistens sehr hohen Anteil am Stress zu mildern und zurückzuführen.

 

Stress abbauen

 

Es gibt viele Rezepte und Tipps, wie man den Stresslevel herunterfahren kann. Grundsätzlich könnte man sagen, dass ein Gegensatz zum alltäglichen Geschehen aufgebaut werden sollte. Wer also den ganzen Tag im Büro sitzt, der sollte sich als Ausgleich bewegen. Arbeitet man den ganzen Tag körperlich, so können ruhige Entspannungsmethoden hilfreich sein.

 

Sport

 

Um die festgehaltene Energie abzubauen, kann Sport in jeder Form gute Dienste tun. Sport vermittelt positive Erfahrungen und Erfolgerlebnisse, die Konzentration wird verbessert. Die körperlichen Auswirkungen sind hinlänglich bekannt, denn sportliche Tätigkeiten stärken Herz und Lunge, regen den Stoffwechsel und das Immunsystem an. Das alles erhöht wiederum die Widerstandskraft gegen den Stress.

 

Entspannungsmethoden

 

Bei intensiven Entspannungsübungen wird die angestaute Energie freigesetzt, verteilt und abgebaut.

  • Tiefenmuskelentspannung nach Jacobsen: Einzelne Muskelgruppen werden angespannt und wieder entspannt.
  • Atemschulung: Bewusstes und tiefes Atmen liefert neue Energie und baut Spannungen ab.
  • Autogenes Training: Eine Form der Meditation mit autosuggestivem Charakter.
  • Yoga: Atem- und Körperübungen mit meditativen Grundzügen.
  • Tai Chi: Ein uraltes chinesisches Konzept zur Gesundheitsförderung.
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Coping

 

Coping bedeutet einen Weg zur Auseinandersetzung und Bewältigung mit den alltäglichen und besonderen Herausforderungen.

Aktives Coping

Der Stressor, also die Ursache für die Belastung, wird vermieden oder eliminiert. Die Situation wird aktiv verändert und angepasst.

Internales Coping

Die innere Einstellung zum Stress wird geändert. Die Stressoren werden weder beeinflusst noch verändert, doch die emotionale Reaktion auf die Stressoren kann verändert werden.

In den meisten Fällen sind wir selbst für den Stress verantwortlich. Einstellungen, Erfahrungen und Erwartungen bestimmen die Bewertung von Situationen und Vorkommnissen. Es bedeutet, das Übel an der Wurzel zu packen, wenn die schlechten und krankmachenden Denkweisen aufgedeckt werden, die den Stress erst zum Stress machen.

Stress wird gefördert

 

Stress wird abgebaut

 

Stark sein ist wichtig. Ich muss alles alleine meistern.

 

Ich kann mir Rat und Hilfe holen.

 

Warum immer ich?

 

Ich bin für mich selbst verantwortlich.

 

Ich muss besser sein als die anderen.

 

Die Aufgaben und ihre Lösungen sind wichtig, nicht meine Position.

 

Ich muss beliebt sein.

 

Man kann es nie allen recht machen.

 

Ich darf keine Fehler machen.

 

Fehler sind menschlich. Andere machen auch Fehler.

 

Was unangenehm ist, will ich nicht sehen.

 

Hindernisse sind dazu da, um überwunden zu werden.

 

Außer auf mich selbst kann ich mich auf niemanden verlassen.

 

Andere Menschen können helfen. Ich kann so lernen.

 

Die anderen sind klüger, schöner, besser, intelligenter . . .

 

Ich bin OK. Ich denke über meine guten Leistungen nach.

 

Ich bin immer schuld. Oder: Die anderen sind immer schuld.

 

Statt Schuldige zu suchen, sollten Probleme gelöst werden.

 

Nur keine Veränderungen

 

Veränderungen können meine Situation verbessern.

 

 

Kosten: Gesetzliche Krankenkassen

 

Wenn es durch beruflichen oder privaten Stress gesundheitliche Probleme gibt, kann ein Arztbesuch nötig werden. Sollte der Arzt Medikamente verschreiben, werden die Kosten für rezeptpflichtige Mittel von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen. Auch verhaltenstherapeutische Maßnahmen oder die Tiefenmuskelentspannung können in begrenzten Umfängen gezahlt werden. Doch jede Selbstmedikation mit pflanzlichen oder nicht rezeptpflichtigen Mitteln wird nicht gezahlt. Die Kosten für Yogakurse, Akupunktur oder autogenes Training werden von den gesetzlichen Krankenkassen nicht übernommen. Erst wenn der Stress sich tatsächlich in körperlichen Krankheiten manifestiert hat, zahlen die Krankenkassen für die Behandlung dieser Krankheiten. Eine Kur, die auch zumindest eine Auszeit vom Stress bedeutet, wird vom medizinischen Dienst der Krankenkassen geprüft und bei Notwendigkeit bewilligt. Eine solche Maßnahme kann nur alle vier Jahre bewilligt werden.

 

Kosten: Private Krankenversicherung

 

Wenn es ärztlich verordnet wird, so übernehmen die privaten Krankenversicherer Kosten für Medikamente, gleich ob sie verschreibungspflichtig sind oder nicht. Das gilt auch für die ärztliche Behandlung. Ob Psychotherapien im Leistungsspektrum einer privaten Krankenversicherung liegen, steht in den jeweiligen Vertragsbedingungen. Was Kuren angeht, so haben die privaten Krankenversicherungen verschiedene Kurkostentarife. Die Entscheidung zu einer Kur liegt ausschließlich bei Arzt und Patient.