Elektronische Gesundheitskarte PDF Drucken E-Mail
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Schon vor ihrer Einführung gab es viele Diskussionen um die elektronische Gesundheitskarte. Trotz der Kritik wurde die Ausgabe der umstrittenen Karte am 1. Oktober 2009 in der Region Nordrhein begonnen.

 

Digitale Datenspeicherung

 

Die neue Gesundheitskarte ist eine elektronische Karte, mit der es dem Patienten möglich gemacht werden soll, Informationen, welche seine Behandlung betreffen, zu speichern. Dies soll dem Versicherten ermöglichen, die gespeicherten Informationen jederzeit weiterzugeben und dem behandelnden Arzt zur Verfügung zu stellen.

 

Die elektronische Gesundheitskarte verfügt allerdings über eher begrenzte Speicherkapazität, so dass nicht jedes Behandlungsdetail des Patienten wie beispielsweise Röntgenbilder auf der Karte hinterlegt werden kann. Dem sollen Daten abhelfen, die auf zentralen Rechnern verschlüsselt hinterlegt sind. Abgerufen werden können die Daten nur, wenn der Patient seine Gesundheitskarte und der Arzt seinen Heilberufeausweis dazu benutzt. Die Karte ist gewissermaßen der Schlüssel zu den Patienteninformationen, nicht aber der Speicher selbst. Auf der elektronischen Gesundheitskarte wird auch ein Foto des Versicherten zu finden sein.

 

Der Versicherte hat außerdem die Möglichkeit sich für seine elektronische Gesundheitskarte eine persönliche PIN einrichten zu lassen. Dies wird von Datenschützern befürwortet. Wer sich allerdings keine PIN einrichten möchte, kann seine Gesundheitskarte auch wie gewohnt nutzen.

 

Vorteile und Nachteile Gesundheitskarte

 

An Umfragen ist erkennbar, dass die Vorteile der Gesundheitskarte die Mehrheit der Bevölkerung überzeugen. Viele erwarten, dass die elektronische Karte die medizinische Versorgung verbessern wird. So gab es im Frühjahr 2008 eine Umfrage der Forsa im Auftrag des damaligen VdaK/ AEV (jetzt Verband der Ersatzkassen vdek). Dabei sprachen sich 70 Prozent der gesetzlich Versicherten für die Einführung der elektronischen Gesundheitskarte aus. 73 Prozent befürworten vor allem den Fakt, dass Notfalldaten gespeichert werden sollen. Gerne sollen auch Notfalldaten, die Dokumentation von Arzneimitteln und weitere Daten medizinischer Art gespeichert und genutzt werden.

 

Eine weitere Umfrage fand im Februar 2009 statt. Dabei wurden sowohl Versicherte als auch Ärzte befragt, die zum einen an den Tests zu den elektronischen Gesundheitskarten teilgenommen haben und zum anderen Nicht-Testregionen bewohnen. In den Regionen, in denen die Gesundheitskarte nicht getestet wurde, sprachen sich etwa drei Viertel der Bevölkerung für diese aus. Bei den Testteilnehmern fand die Karte sogar einen Zuspruch von 87 Prozent. Die Bevölkerung begrüßt die Einführung der neuen Patientenkarte, da erwartet wird, dass es einen Rückgang des Kartenmissbrauchs und eine schnellere Verfügbarkeit der medizinischen Daten geben wird.

 

Kritik an der Gesundheitskarte

 

Nicht versicherten Menschen soll durch die elektronische Gesundheitskarte die Möglichkeit des Missbrauchs erschwert werden. Es wird allerdings kritisiert, dass es keine Überprüfung der Fotos gibt, welche die Versicherten ihren Krankenkassen zuschicken. Es wäre also möglich ein völlig anderes Foto einzuschicken.

 

Des Weiteren weisen Kritiker darauf hin, dass die Karte zunächst – mit Ausnahme des Passfotos – ausschließlich die bislang ohnehin vorhandenen Daten enthält. Wann die zusätzlichen Informationen wie Notfalldaten auf ihr erscheinen, ist noch nicht geklärt. Außerdem sei es Pflicht ein Passfoto einzuschicken, sonst ist es möglich, dass die Kasse künftig nicht mehr für die Arztkosten aufkommt.