Bonusprogramme der Krankenkasse PDF Drucken E-Mail
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Den gesetzlichen Krankenkassen steht die Möglichkeit offen, ihren Versicherten Bonusprogramme anzubieten. Hierbei wird die Eigenverantwortung und das Kostenbewusstsein der Versicherten gestärkt. Eine allgemeine Verbesserung der Gesundheit möglichst vieler Versicherter soll durch Beitragsrückerstattungen oder Prämien erreicht werden.

 

Punkte und Prämien

 

„Punkte sammeln und Prämien absahnen“ – so werben unterschiedliche Krankenkassen für einen gesünderen Lebensstil. Dafür erhält der Versicherte sich zuerst ein Bonus-Heft bei seiner Krankenkasse. Der Betroffene sammelt für die verschiedensten Untersuchungen Punkte, die er von den jeweiligen Ärzten in sein Bonus-Heft eintragen lässt. Dazu zählen nicht nur Krebsvorsorgeuntersuchungen oder Zahnprophylaxe, sondern auch ein regelmäßiger Gesundheitscheck oder Schutzimpfungen. Der Verzicht auf Nikotin ist für das Bonusprogramm von Vorteil, genauso wie eine gute körperliche Verfassung. Wer einen Body-Mass-Index (BMI) zwischen 18 und 27 vorweist, kann ebenfalls Punkte kassieren. Desweiteren ist eine Mitgliedschaft in einem Fitnessstudio oder andere Gesundheitskurse eine gute Gelegenheit, das Bonusprogramm noch weiter auszuschöpfen.


Wurden in dem Bonus-Heft genügend Punkte gesammelt, so erhält der Versicherte eine Prämie. Das können Sachprämien sein, aber auch Geldbeträge. Es gilt zu bedenken, dass jede Kasse ihr eigenes Programm hat und dementsprechend nicht alle genannten Aktionen bei jeder Krankenkasse belohnt werden. Auch die Prämien können sich von Kasse zu Kasse stark unterscheiden.

 

Zuschüsse zu Präventivkursen

Sehr viele Menschen in Deutschland leiden beispielsweise unter Rückenschmerzen. Die Krankenkassen selbst, aber auch externe Anbieter, haben ein vielfältiges Angebot an Präventivkursen. Dazu zählen nicht nur Rückenkurse, sondern auch Ernährungsberatungen oder Wassergymnastik. Auch Programme zur Stressbewältigung (Yoga, Meditation, autogenes Training etc.) oder Nichtraucherkurse werden von den Krankenkassen unterstützt.

 

Programme mit Auszahlungen

Einige Krankenkassen locken nicht nur mit Zuschüssen, sondern auch mit Einmalzahlungen. So erhalten Personen, die vorbeugend Sport treiben und nachweislich wenig krank sind, eine einmalige Zahlung von bis zu 100 Euro. So können zum Beispiel die Werte für Cholesterin, der BMI, Blutdruck, Blutzucker etc. im Laufe eines Kalenderjahres kontrolliert werden. Sind diese Werte das ganze Jahr über im Normalbereich, so kann es ebenfalls zu einer Auszahlung kommen. Gleiches gilt für bestimmte Vorsorgeuntersuchungen.

 

Kritik an den Bonusprogrammen

Bei der Wahl der Krankenkasse sollte nicht das Angebot der Bonusprogramme ausschlaggebend sein. Denn es kann trotz Prämien zu Zuzahlungen kommen, besonders, wenn das angebotene Programm einen Selbstbehalt vorsieht. Verbraucherschützer sind ebenfalls skeptisch. Sie kritisieren, dass Bonusprogramme allein zu Marketingzwecken und zur Kundenbindung genutzt werden.


Weiterhin werden nur Kurse von externen Anbietern oder den Krankenkassen selbst honoriert. Wer sich jedoch privat sportlich betätigt, bekommt keine Belohnung. Des Weiteren ist es nicht erforderlich, eine Gewichtsreduktion nachzuweisen, sondern nur das Wissen dazu. Dieses hat der Versicherte in einem Kurs erarbeitet. Bei einigen Kassen gibt es für eine erreichte Punktzahl auch ein Fitnessgerät oder andere Sachprämien. Doch die dafür zu erreichende Punktzahl ist oftmals nur durch ein straffes Programm über zwei Jahre zu erreichen. Andernfalls bleibt eine Zuzahlung für den Versicherten.